Abschalten und Geld kassieren

23.09.2011 / sb

Strom aus Windkraft ist nur dann verfügbar wenn auch Wind vorhanden ist, in der restlichen Zeit müssen konventionelle Kraftwerke dafür sorgen dass der Bedarf gedeckt wird. Liefert aber die Windkraft Strom wird das konventionelle Kraftwerk gedrosselt oder gar runter gefahren. In Großbritannien ist man jetzt drauf gekommen das es wahrscheinlich mehr Sinn macht die Windkraftanlagen runter zu fahren wenn ein Stromüberschuss produziert wird. Soviel zur neue sauberen Energie.

Ausländische Betreiber und Anteilseigner britischer Windfarmen haben in den vergangenen zwei Jahren 535 Millionen Pfund (612,5 Millionen Euro) von britischen Steuerzahlern dafür bekommen, dass sie ihre Windparks in Großbritannien abschalten und keinen Strom produzieren. Die meisten Windkraftanlagen produzieren Strom nämlich dann, wenn er nicht gebraucht wird und nicht, wenn er – etwa an windstillen Frostabenden – stark nachgefragt wird. So hat allein die norwegische Firma Fred Olsen Renewables Mitte September 2011 für die nur achtstündige Stilllegung von 60 Windturbinen an der schottischen Grenze 1,2 Millionen Pfund (1,37 Millionen Euro) bekommen. Die meisten ausländischen Windparkbetreiber (etwa die dänische Dong Energy, die spanische Scottish Power, die französische EDF Energy und die italienische Falck Renewables) verdienen in Großbritannien inzwischen mehr Geld mit abgeschalteten Anlagen, als mit dem tatsächlichen Produzieren von Strom.

Quelle: Windkraft: 612 Millionen Euro für nichts – Kopp-Verlag

Auch bei uns in Deutschland hat man schon gemerkt das sich die Einspeisung negativ auf die Regelleistung der konventionellen Kraftwerke auswirkt. Zwar bekommt hier der Betreiber kein Geld dafür, dass er weniger produzieren darf, aber es handelt sich ja nur um kleine Anlagen und wo würden wir hinkommen wenn jetzt auch noch der private Bürger entschädigt würde. Schließlich ist dieser nur dafür verantwortlich die Gelder für die Subventionen zu beschaffen. Würde man diese im vollen Umfang wieder zurückgeben wäre es ja so als ob sich der Hund selbst in den Schwanz beißt.

Bei kleinen PV-Anlagen kann alternativ die Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt auf 70 % begrenzt werden, um die sehr seltenen Leistungsspitzen zu “kappen”. Dies reduziert die eingespeiste Strommenge i.d.R. nur um rund 2 %, entlastet aber das Netz ganz erheblich und reduziert den Netzausbaubedarf.

Quelle: BMU – Erneuerbare Energien – Eckpunkte der EEG-Novelle

Am besten finde ich aber die Aussage “i.d.R. nur um rund 2 %”. Wer sich seine Anlage finanzieren lassen hat, und ich glaube das haben die meisten, wird diese nur 2% mehr als merken.

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